Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstbeitrag leistet, kann oftmals mit einem Wechsel in die private Krankenversicherung viel Geld sparen. Den höchsten Tarif zahlen gesetzlich Versicherte, die mit ihrem Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten – das ist ab einem Brutto-Monatseinkommen 4.165 Euro der Fall.
Dass für gut verdienende Kassenpatienten der Komforttarif einer privaten Krankenversicherung oftmals günstiger ist, hat einen Grund: Die gesetzliche Krankenversicherung ist umlagefinanziert. Besserverdiener zahlen mehr in die gesetzliche Kasse ein und tragen somit die Versorgung der Mitglieder, die sich ansonsten keinen eigenen Krankenschutz leisten könnten.
Der Beitrag für den Komforttarif einer privaten Krankenversicherung ist für Selbstständige oftmals günstiger; gesunde Alleinstehende können mit einem Wechsel ohne weiteres ihren Beitrag halbieren. Dass die private Krankenversicherung für sie günstiger ist, hat einen Grund: Sie ist eine kapitaldeckende Individualversicherung, die die Prämie einkommensunabhängig festlegt. Der Versicherte kann den Schutz nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen und zahlt nur für die Leistungen, die er tatsächlich vereinbart. Zudem ist der Beitrag am Erkrankungsrisiko des Kunden gebunden, das der Versicherer einmalig bei Vertragsabschluss ermisst. Hierzu dienen verschiedene personenbezogene Angaben: Einstiegsalter, Geschlecht, Beruf, Vorerkrankungen, Gesundheit und Lebensgewohnheiten. Generell gilt: Wer ein erhöhtes Risiko hat, zu erkranken, muss für den Gesundheitsschutz mehr investieren. Aus diesem Grund erhalten gerade junge gesunde Neukunden besonders günstige Tarife. Dazu haben sie mehr Zeit, Altersrücklagen zu bilden, die jeder privat Versicherte automatisch anspart, um die im Alter steigenden Gesundheitsausgaben zu decken und die Versicherung bezahlbar zu halten.
Der große Vorteil der privaten Krankenversicherung liegt jedoch vor allem in der Qualität des Krankenschutzes: Privatpatienten können sich ihre Klinik und die behandelnden Ärzte eigenständig aussuchen. Da die Ärzte ihre Leistungen mit höheren Gebührensätzen in Rechnung stellen können, nehmen sie sich für Privatpatienten mehr Zeit. Außerdem erhalten sie im Komforttarif bei Krankenhausaufenthalten ein Ein- oder Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung, die neuesten Behandlungsmethoden und Medikamente. Private Krankenversicherungen zahlen für Zahnersatz auch hochwertige Materialien und Versorgungen. Dazu erstatten sie Prothesen, Implantate und Inlays bis zu 90 Prozent; Kassenpatienten müssen Zahnersatz durchschnittlich zur Hälfte aus der eigenen Tasche zahlen.
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